Eines Abends ging Anna besonders früh ins Bett, denn wir
hörten das mächtige Brüllen von Löwen, die sich nur wenige Hundert Meter von
unserer Lagerstelle entfernt aufhielten. Auch in der Nacht wurden wir immer
wieder davon wach. Um 5:00 Uhr in der Früh waren Geräusche direkt zwischen
unseren Fahrzeugen zu vernehmen. Wir standen aber so ungünstig neben einem
Busch, dass wir die Verursacher erst sehen konnten, als sie sich 40 Minuten
später wieder trollten. Drei Löwinnen verschwanden im Busch so schnell, dass
uns erstmals klar wurde, dass man hier im Busch doch zu jeder Zeit und an jedem
Ort auf alles gefasst sein muss. Kurt stand besser und machte aus seinem
offenen Campaufsatz dieses Foto.
Im Osten des Parks holte uns der tiefe Kalahari-Sand dann
doch noch ein. Anna meisterte auch diese Herausforderung mit Bravour. Und auch
Susana hat ihre Hüftoperation gut überstanden. Wir freuen uns schon auf das
Wiedersehen mit ihr.
Wir hatten hinübergewechselt in das Khutse Game Reserve
südlich der Central Kalahari. Zusammen mit dem Central Kalahari Park sind hier an die 60.000 qkm Fläche trockene Wildnis entstanden. Es gibt hier das gesamte Arsenal großer Säugetiere bis auf Nashörner, Elefanten, Flußpferde und Kapbüffel, die mit dem Mangel an Wasser nicht klarkommen.
Zum ersten Mal überschritten wir den südlichen Wendekreis des Steinbocks. Cape Agulhas liegt in der Nähe des 35sten südlichen Breitegrades, der Wendekreis auf 23 Grad 30 Minuten südlicher Breite und unser Ziel Cairo bzw. Alexandria liegt bei 32 Grad nördlicher Breite.
Auf einem der Hinweisschilder fanden wir auch diese
wunderschöne Agame.
In Khutse widmet man sich besonders den großen Raubkatzen.
Wir erfuhren, dass ein Löwe rund 1.000 qkm als sein Territorium beansprucht,
das ist eine Fläche von 35 x 35 km. Bei dem Nahrungsangebot macht dies durchaus
Sinn, denn der Löwe muss ja auch noch seinen Harem samt Nachwuchs ernähren. Der
Kruger National Park hat 19.000 qkm Fläche und würde damit ganzen 19 Löwen
Platz bieten, wenn er natürliche Lebensbedingungen beanspruchen würde. Das
würde natürlich nicht reichen, um die Spezies zu erhalten, andererseits wäre es
viel zu schwierig, jedem Touristen „seinen“ Löwen zu zeigen. Also ist der Park
überbevölkert, die Tiere haben sich im Laufe vieler Jahrzehnte an den Menschen
gewöhnt, und so lassen sich mit vielen menschlichen Eingriffen Natur und
Tourismus ins Gleichgewicht bringen. Hier in Botswana ist das anders. Hier
Tiere zu sehen verlangt Ausdauer und Geduld. Aber diese wird dann auch belohnt.





Böse Löwen, lasst Papi und Mami in Ruhe. Husch Husch!!!
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