Eben haben wir uns noch damit abgefunden, dass hier nicht an
jeder Ecke eine große Antilope oder gar Raubkatze zu sehen ist, da kommt es
geballt: Zunächst scheuchen wir eine Gepardin mit ihren drei Jungen auf, die
unter einem Baum lag und sich durch unsere Fahrzeuge gestört fühlte.
Dann entdecken wir unweit eines Wasserloches diese Löwin mit
ihrer Beute. Die Eland-Antilope ist wohl erst vor einigen Stunden gerissen
worden, ihre Eingeweide sind noch rot. Die Löwin passt höllisch auf, dass
sich keine „Mitesser“ an ihr Erlegtes wagen. Im Augenblick sind dies nur die
Raben, die immer wieder herbeifliegen, um an dem Kadaver zu picken.
Unweit der Löwin unter einem Baum sehen wir ihre drei
Jungen, denen sie ein Stück der Antilope zum Knabbern und Spielen hingelegt
hat. Diese haben offensichtlich mächtig Spaß. Leider sind diese Jungtiere
selber in ständiger Gefahr. Sogar große Greifvögel gehen auf kleine Löwen los.
Die anderen zukünftigen Teilnehmer an diesem großen Fressen,
Schakale oder diese Geier hier, warten geduldig in mindestens 100 Metern
Entfernung, dass sie an die Reihe kommen. Wir waren mittags zum ersten Mal
hier, am Abend schauen wir noch einmal vorbei, und dann sind wir gespannt, was
der nächste Morgen bringt …
Diesmal wird der nur noch aus dem hinteren Teil bestehende
Antilopenkörper von einem jungen Löwen bewacht. Die Löwin hat genug gegessen
und ist im Morgengrauen mit ihren Jungen davongezogen. Die Geier halten nicht
mehr den Respektabstand, sondern sind nun bereits bis auf 12 Meter
herangerückt. Morgen wird von der Beute nicht mehr viel übrig sein.





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