Das Fahrzeug

Donnerstag, 15. März 2012

China-Eifer


Nachdem wir 17 Polizeikontrollen auf dem Weg von Mbeya nach Iringa überwunden hatten, bogen wir ab nach Norden. Die Strecke nach Dodoma, der Hauptstadt von Tansania und weiter zum Ngorongoro-Krater hatte ich noch von der Motorradtour Ende 1985 in guter Erinnerung. Damals war es eine Erdpiste durch den afrikanischen Busch und das nachfolgende Foto gibt einen schönen Eindruck von der Landschaft hier.
Diesmal währte die Freude nur kurz: Gewaltige Baumaschinen schlugen eine fast 30 m breite Schneise durch die Einsamkeit. Baobabs lagen entwurzelt am Boden, und wir wurden von einer holprigen Umleitung zur nächsten geschickt. Viele schwarze Arbeitskräfte arbeiten hier, aber das Sagen haben Männer mit asiatischen Gesichtern: Chinesen. Dies ist uns übrigens schon in Mozambique und Malawi aufgefallen. Im New Dodoma Hotel gab es sogar ein chinesisches Restaurant.
Einige Dutzend Kilometer nördlich von Dodoma hatte der Spuk ein Ende. Dafür trieben die Massai ihre Rinderherden über die Piste. Mit ihrer Shuka bekleidet – so nennt man die meist roten Umhänge – begrüßten uns die jungen Burschen mit einem lauten Djambo. Die Massai stellen zwar nur einen kleinen Bevölkerungsanteil im Norden Tansanias und im Süden Kenias, aber da sie ihre alten Traditionen konsequent pflegen, fallen sie deutlich auf.
Sie sind vor rd. 1.000 Jahren von dem Gebiet des heutigen Sudan hierhergekommen, sind überdurchschnittlich groß und feingliedrig. Auffällig ist außerdem ihr aus winzigen Glasperlen und Draht gefertigter Schmuck, den sie mit Stolz tragen. Auch die großen Löcher in den Ohrläppchen findet man bei vielen.
Die Piste von Iringa nach Norden wird eigentlich kaum genutzt. Nur der öffentliche Personennahverkehr nutzt die Verbindung regelmäßig. Wenn so ein Überlandbus angebraust kommt, dann verdrückt man sich am besten in den Straßengraben, denn das Wort „Ausweichen“ kennen die Fahrer nicht, dafür kommen sie mit einem Höllentempo dahergeschossen.

1 Kommentar:

  1. Also stimmt es, was man immer wieder in der Zeitung liest ... die Chinesen fallen in Afrika ein :)

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