König Salomon, der im 10. Jhdt. vor Christus über das
biblische Israel regierte, hatte einst Besuch. Die Königin von Saba aus dem
fernen Äthiopien schaute bei ihm in Jerusalem vorbei. Die beiden müssen sich wohl näher
gekommen sein, denn auf der Heimreise gebar die Königin einen Sohn namens
Menelik. Obwohl Salomon ihm seine Nachfolge anbot, zog es Menelik vor, in
Äthiopien zu bleiben. Die lange Reihe von Königen und Kaisern, die in den verschiedenen
Epochen das Land regiert haben, weisen mit Nachdruck auf ihre Abstammung von
König Salomon hin. Hier der letzte Kaiser Haile Selassi, der von einem
kommunistischen Militärregime 1974 zum Abdanken gezwungen und 1975 umgebracht
wurde. Rechts der judäische Löwe als eines der kaiserlichen Insignien.
Ende des ersten Jahrtausends nach Chr. herrschten die
Könige die Zagwe-Dynastie im Land. Unter ihnen breitete sich das orthodoxe
Christentum in Äthiopien aus, und der Islam wurde verdrängt. Dennoch: Äthiopien
war umzingelt von islamisch geprägten Ländern. Dies hat wohl dazu beigetragen,
dass die orthodoxen Christen auch heute noch ihre Religion konsequent leben. 44 % der Bürger Äthiopiens sind Moslems!
Wir erreichten Addis Abeba am 08. April, dem Palmsonntag der orthodoxen
Christen. Die Dame von unserem Hotel trug den typischen Schmuck aus
Palmblättern, als sie uns ihre Kirche, die Kidus Istifanus zeigte.
Zum ersten Mal auf unserer Reise wurden wir mit einer
wirklich fremdartigen Küche konfrontiert und mit diversen Verdauungsstörungen
quittiert. Basis der Speisen ist ein recht zäher Teig aus einem Getreide, das
nur hier angebaut wird (Auf dem Bild als graue Rollen erkennbar). Man trennt
sich ein Stück davon ab und greift damit in die verschiedenen zum Teil recht
scharf gewürzten „Häufchen“ hinein, man isst also mit der Hand.
In Äthiopien teilt sich das Jahr in 12 Monate à 30 Tagen und einen 13. Monat,
der 5 oder 6 Tage zählt. Die Tageszeit beginnt bei Sonnenaufgang, also um 6
Uhr morgens. Der Zoll in Moyale hat um 8:00 Uhr seine Mittagspause beendet, das ist nach
unserer Zeitrechnung 14:00 Uhr. Es wird Amharisch gesprochen und es gibt eine
eigene Schrift, die sich aus dem Hebräischen und dem Südarabischen ableiten
lässt. Legendär – wir können es bestätigen – ist der äthiopische Kaffee. In
früheren Jahrhunderten wurden die Kaffeebohnen zerrieben und mit Butter
vermengt gegessen. Erst im 13. Jhdt. entdeckte man Kaffee als Flüssigkeit, wie
sie noch heute getrunken wird.
In einem der äthiopischen Restaurants erlebten wir eine
Aufführung. Leider etwas dunkel kann man auf der Bühne Musiker und Tänzer
erkennen. Die Musik ist sehr rhythmisch und die Tänze sind mitreißend
temperamentvoll.





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