Wir sind inzwischen in Gondar. Hierzu ein kleiner
historischer Exkurs: Anfang des 16. Jhdt. n. Chr. versuchte Achmed Gragn aus
Harar im Südwesten des Landes mit einer islamischen Armee das gesamte Land zu
unterwerfen. Er gewann viele Schlachten, zerstörte zahlreiche Kirchen und wäre
wahrscheinlich auch zum Erfolg gekommen, wenn der König nicht die Portugiesen
zu Hilfe geholt hätte. Christopher da Gama, der Sohn von Vasco da Gama, kam mit
einer gut ausgerüsteten Truppe zu Hilfe, und so konnten die aufständischen
Moslems zurückgeschlagen und ihr Anführer Gragn getötet werden. Damit waren die
Portugiesen willkommene Gäste in Äthiopien. Mit den Portugiesen kamen aber auch
die Jesuiten, die nicht akzeptieren wollten, dass es hier sogenannte Christen
gibt, die die Hoheit des Papstes in Rom nicht anerkannten. Es gelang ihnen,
Teilen der Bevölkerung und schließlich sogar den König zum Katholizismus zu
bekehren, bis der Sohn des Königs mit Namen Fasilides einschritt. Er übernahm
die Macht und verwies die Portugiesen kurzerhand des Landes. Auch verlegte er
die Hauptstadt, und zwar nach Gondar. Dort ließ er sich eine Burg errichten,
die neben europäischen auch indische, maurische und sogar mongolische
Stilmerkmale in sich vereint. Dies war im Jahre 1632.
Die Nachfolger Fasilides ließen ebenfalls Burgen auf dem
70.000 qm großen Areal erreichten, und so währte diese Epoche äthiopischer
Geschichte 200 Jahre lang, bis Addis Abeba Gondar als Hauptstadt ablöste. Unten
die Burg von Iyasu, der 1682 bis 1706 regierte.
In Europa nahm man diese Kultur nicht wahr, weil in Zeiten der Kolonisierung Afrikas deren Einwohner als Wilde, die in Lehmhütten vor sich hinvegetieren, gesehen wurden. Ein nach westlichen Maßstäben lebender König passte da überhaupt nicht ins Bild. Unten sieht man den Swimmingpool von König Fasilides mit einem kleinen Haus, das mitten im Wasser steht, wenn das Becken gefüllt ist. Hierhin zog sich der König an Wochenenden zurück.
In Europa nahm man diese Kultur nicht wahr, weil in Zeiten der Kolonisierung Afrikas deren Einwohner als Wilde, die in Lehmhütten vor sich hinvegetieren, gesehen wurden. Ein nach westlichen Maßstäben lebender König passte da überhaupt nicht ins Bild. Unten sieht man den Swimmingpool von König Fasilides mit einem kleinen Haus, das mitten im Wasser steht, wenn das Becken gefüllt ist. Hierhin zog sich der König an Wochenenden zurück.
König Iyasu war es, der 1682 diese Kirche mit Namen
„Debre Berhan Selassie“ aus den gleichen Materialien erbauen ließ, wie die
Burgen im Königsareal. Sie steht auf einer leichten Anhöhe umgeben von einer Mauer und von großen alten Bäumen.
Das Bemerkenswerte an dieser Kirche sind die Malereien
im Inneren, die eindeutig die schönsten sind, die wir auf unserer Reise gesehen
haben. An den Wänden findet man wie gehabt diverse Bibelgeschichten, und die
Decke ist übersät mit 144 Engelsgesichtern, die von ihren Flügeln eingerahmt
sind. Jedes Engelsgesicht ist anders, aber jedes hat diese großen
eindringlichen Augen.





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