Das Fahrzeug

Freitag, 27. April 2012

Wadi Halfa – Aswan


Am Mittwoch war es also soweit: Gegen Mittag wurden wir von unserem Agenten abgeholt. In mehreren Etappen ging es zum Hafen, dort wurden unsere Pässe abgestempelt und die Fahrzeuge in den Zollbereich gebracht. Danach bekamen wir auch unser abgestempeltes Carnet. Es fiel uns nicht leicht, unsere Landcruiser zurückzulassen, aber wir hatten keine andere Wahl. Um 14:30 Uhr betraten wir dann das Schiff, aber es dauerte bis 18:00 Uhr, bis die Fähre schließlich ablegte.
Auf dem Foto unten lachen wir zwar, aber es war ein hartes Stück Arbeit, uns ein paar Quadratmeter auf Deck zu erkämpfen. Weit über 500 Passagiere waren an Bord, und die Menschen hier zeigen nicht gerade den größten Respekt ggü. uns Ausländern.
Dennoch hatten wir eine schöne sternenklare Nacht. Der eine oder andere von uns soll sogar genug Schlaf mitbekommen haben. Die Stadt Aswan entschädigte uns allemal für die rustikale Überfahrt. Keiner von uns hatte mit so etwas gerechnet: Der Nil fließt hier unterhalb des Staudamms mit klarem grünen Wasser durch eine Stadt, die keine 10 min. Regen im Jahr erfährt, sondern eigentlich mitten in der Wüste liegt. Cornish el Nile heißt die Uferpromenade, die mit Hotels und Verwaltungsbauten gesäumt ist. Davor sieht man diverse Kreuzfahrtschiffe.
Das alte Aswan, genannt Jebu (Elefant oder Elfenbein), liegt am Südende der Nilinsel Elephantine. Diese alte Stadt wurde jährlich von den Nilhochwassern heimgesucht. Seit es den Staudamm gibt, ist der Wasserstand des Nils geregelt. So sind auch seitdem erst systematische Ausgrabungen möglich, und man hat noch längst nicht alles zum Vorschein gebracht. Auf dem Foto unten ein Tempel aus jüngerer Zeit. Der Sohn Alexander des Großen regierte hier im 3. Jhdt. vor Chr. Wie die alten Ägypter huldigte er dem Gott Chnum, der für den Wasserstand des Nils verantwortlich war.
Den Gott mit dem Widderkopf kennen wir ja schon von unseren Besichtigungen im Sudan. Er ist auch im Chnum-Tempel wiederzufinden. In der alten ägyptischen Religion wird Amun, der Göttervater, auch als Gott der Herden, der Weiden und deren Fruchtbarkeit geehrt und gerne mit einem solchen Widderkopf dargestellt.

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