Am Mittwoch
war es also soweit: Gegen Mittag wurden wir von unserem Agenten abgeholt. In
mehreren Etappen ging es zum Hafen, dort wurden unsere Pässe abgestempelt und
die Fahrzeuge in den Zollbereich gebracht. Danach bekamen wir auch unser
abgestempeltes Carnet. Es fiel uns nicht leicht, unsere Landcruiser
zurückzulassen, aber wir hatten keine andere Wahl. Um 14:30 Uhr betraten wir
dann das Schiff, aber es dauerte bis 18:00 Uhr, bis die Fähre schließlich
ablegte.
Auf dem Foto
unten lachen wir zwar, aber es war ein hartes Stück Arbeit, uns ein paar
Quadratmeter auf Deck zu erkämpfen. Weit über 500 Passagiere waren an Bord, und
die Menschen hier zeigen nicht gerade den größten Respekt ggü. uns Ausländern.
Dennoch
hatten wir eine schöne sternenklare Nacht. Der eine oder andere von uns soll
sogar genug Schlaf mitbekommen haben. Die Stadt Aswan entschädigte uns allemal
für die rustikale Überfahrt. Keiner von uns hatte mit so etwas gerechnet: Der
Nil fließt hier unterhalb des Staudamms mit klarem grünen Wasser durch eine
Stadt, die keine 10 min. Regen im Jahr erfährt, sondern eigentlich mitten in
der Wüste liegt. Cornish el Nile heißt die Uferpromenade, die mit Hotels und
Verwaltungsbauten gesäumt ist. Davor sieht man diverse Kreuzfahrtschiffe.
Das alte
Aswan, genannt Jebu (Elefant oder Elfenbein), liegt am Südende der Nilinsel Elephantine.
Diese alte Stadt wurde jährlich von den Nilhochwassern heimgesucht. Seit es den
Staudamm gibt, ist der Wasserstand des Nils geregelt. So sind auch seitdem erst
systematische Ausgrabungen möglich, und man hat noch längst nicht alles zum
Vorschein gebracht. Auf dem Foto unten ein Tempel aus jüngerer Zeit. Der Sohn
Alexander des Großen regierte hier im 3. Jhdt. vor Chr. Wie die alten Ägypter
huldigte er dem Gott Chnum, der für den Wasserstand des Nils verantwortlich war.
Den Gott mit
dem Widderkopf kennen wir ja schon von unseren Besichtigungen im Sudan. Er ist
auch im Chnum-Tempel wiederzufinden. In der alten ägyptischen Religion wird
Amun, der Göttervater, auch als Gott der Herden, der Weiden und deren
Fruchtbarkeit geehrt und gerne mit einem solchen Widderkopf dargestellt.





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