Das Fahrzeug

Freitag, 13. April 2012

Kirchen im Fels

Wir fuhren von Bahir Dar kurz nach Norden und bogen dann Richtung Osten ab. Es war noch früh am Morgen und in den Hütten der Einheimischen wurde das Frühstück vorbereitet. Gegen das Licht der niedrig stehenden Sonne fotografiert sieht das aus wie Frühnebel.
Die Straße führte uns auf über 3.000 m Höhe, teilweise wurde unsere Fahrt zur „Gratwanderung“, links und rechts der Straße ging es steil in die Tiefe. Das Land ist trocken, karg und staubig geworden. Im Mai beginnt die Regenzeit, die sicher von vielen dringend erwartet wird.
Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. wurde Äthiopien wie bereits erwähnt von der Zagwe-Dynastie regiert. Unter ihr breitete sich das orthodoxe Christentum in Äthiopien weiter aus, und der Islam wurde verdrängt. Im 12. Jhdt. lag das Zentrum der Macht in Lalibela, von wo aus ein König mit gleichem Namen das Land regierte. Er ließ aufgrund einer göttlichen Eingebung die elf Felsenkirchen bauen. Hier die größte Kirche, Medhane Alem, die inzwischen durch eine Dachkonstruktion geschützt ist, um der weiteren Erosion vorzubeugen. 11,5 m ist dieser Bau hoch und von 72 Säulen gestützt.
Die Kirchen wurden einem Tuffsteinmassiv abgetrotzt, das hier in 2.600 m Höhe einen ganzen Bergrücken bildet. Bis hinunter auf den darunter liegenden Basalt haben bis zu 10.000 Arbeiter Gräben in den Fels geschlagenen, das Kirchenäußere heraus modelliert und sich dann durch die vier Türen ins Innere vorgearbeitet. Bis auf die späteren Ausbesserungen wurden also alle Kirchen aus ein und demselben Monolithen herausgearbeitet. Hier das besonders schöne Innere der Kirche mit Namen "Heilige Maria".
Die m.E. schönste Kirche wurde zuletzt erbaut oder besser gesagt aus dem Fels geschlagen. Sie ist genau 12 m x 12 m x 12 m groß und hat die Form eines Kreuzes. Auch in das Dach ist ein großes Kreuz eingraviert. Es handelt sich um dieBete GIorgis (Kirche des heiligen Georg). Die Form der Kirche soll der Sage nach der Arche nachempfunden sein.

1 Kommentar:

  1. Ihr Lieben,

    Ich bin wirklich beeindruckt, wie sehr euch die Religion auf eurer Reise begleitet - ich hätte nie gedacht, dass das orthodoxe Christentum heute noch so intensiv praktiziert wird.
    Eine Bitte hab ich aber: Im nächsten Blog bitte wieder ein Bild von der Reisetruppe!

    Bussis aus DC
    Eure Maja

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