Wir fuhren von Bahir Dar kurz nach Norden und bogen dann
Richtung Osten ab. Es war noch früh am Morgen und in den Hütten der
Einheimischen wurde das Frühstück vorbereitet. Gegen das Licht der niedrig
stehenden Sonne fotografiert sieht das aus wie Frühnebel.
Die Straße führte uns auf über 3.000 m Höhe, teilweise
wurde unsere Fahrt zur „Gratwanderung“, links und rechts der Straße ging es
steil in die Tiefe. Das Land ist trocken, karg und staubig geworden. Im Mai
beginnt die Regenzeit, die sicher von vielen dringend erwartet wird.
Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. wurde Äthiopien wie
bereits erwähnt von der Zagwe-Dynastie regiert. Unter ihr breitete sich das
orthodoxe Christentum in Äthiopien weiter aus, und der Islam wurde verdrängt.
Im 12. Jhdt. lag das Zentrum der Macht in Lalibela, von wo aus ein König mit
gleichem Namen das Land regierte. Er ließ aufgrund einer göttlichen Eingebung
die elf Felsenkirchen bauen. Hier die größte Kirche, Medhane Alem, die inzwischen durch
eine Dachkonstruktion geschützt ist, um der weiteren Erosion vorzubeugen. 11,5 m ist dieser Bau hoch und von 72 Säulen gestützt.
Die Kirchen wurden einem Tuffsteinmassiv abgetrotzt, das
hier in 2.600 m Höhe einen ganzen Bergrücken bildet. Bis hinunter auf den
darunter liegenden Basalt haben bis zu 10.000 Arbeiter Gräben in den Fels
geschlagenen, das Kirchenäußere heraus modelliert und sich dann durch die vier
Türen ins Innere vorgearbeitet. Bis auf die späteren Ausbesserungen wurden also
alle Kirchen aus ein und demselben Monolithen herausgearbeitet. Hier das besonders schöne Innere
der Kirche mit Namen "Heilige Maria".
Die m.E. schönste Kirche wurde zuletzt erbaut oder besser
gesagt aus dem Fels geschlagen. Sie ist genau 12 m x 12 m x 12 m groß und hat die Form
eines Kreuzes. Auch in das Dach ist ein großes Kreuz eingraviert. Es handelt
sich um dieBete GIorgis (Kirche des heiligen Georg). Die Form der Kirche soll der Sage nach der Arche nachempfunden sein.





Ihr Lieben,
AntwortenLöschenIch bin wirklich beeindruckt, wie sehr euch die Religion auf eurer Reise begleitet - ich hätte nie gedacht, dass das orthodoxe Christentum heute noch so intensiv praktiziert wird.
Eine Bitte hab ich aber: Im nächsten Blog bitte wieder ein Bild von der Reisetruppe!
Bussis aus DC
Eure Maja