Wir übernachteten am Ewaso Ngiro River unweit des Samburo
National Reserve. Von hier aus geht es 500 km nach Norden durch sehr karges und
einsames Land zur Grenze nach Äthiopien. Über diesen Streckenabschnitt hatte
man uns alle möglichen Stories erzählt von Stammesfehden und Räuberbanden und
schrecklichen Straßenzuständen. Diese Aufnahme entstand im Morgengrauen, kurze Zeit später fuhren wir los.
Dann kam bereits die erste Überraschung: Statt
schrecklicher Piste fanden wir auf den ersten 100 km tadellosen neuen Teer.
Gigantische Basaltblöcke türmten sich vor uns auf. Wir fuhren nach wie vor
entlang des Rift Valley, jenem gewaltigen Graben, der sich von Süden nach
Norden durch Ostafrika zieht. So begegneten wir auch weiterhin den Spuren
tiefgreifender vulkanischer Veränderungen.
Das Land wird immer karger. Die Bevölkerungsdichte nimmt
spürbar ab. Dies ist nicht mehr das Kenya, das den Touristen einen Urlaub in
Ostafrika schmackhaft machen soll. Menschen tragen auch hier im Norden den aus
winzigen Perlen hergestellten Schmuck, zu Transportzwecken werden mehr und mehr
Esel eingesetzt.
Wir erreichen Masarbit, einen kleinen Ort in einer
gottverlassenen Gegend. In Henry’s Camp finden wir das Allernötigste. Mehr kann
man hier wohl auch nicht erwarten. Kurt bäckt Brot und zaubert für uns einen
tollen Eintopf mit Kamelfleisch. Von hier brechen wir auf zu den zweiten 250 km
Richtung Grenze.
Nachts stürmte es heftig. Irgendwo in der näheren
Umgebung tobte ein Gewitter. Um 6:00 Uhr in der Früh starten wir die Motoren.
Es ist ziemlich kalt und noch stockdunkel, als wir losfahren. Dunkle Wolken
hängen am Himmel. Langsam erkennen wir in der Dämmerung die ersten Konturen. So
fahren wir auf dem Kraterrand eines erloschenen Vulkans entlang, während sich
ein weiterer erloschener Vulkan als grauer Kegel vor uns aufbaut.





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